Brohltalbahn    
Diesellokomotive D 5 

gebaut 1966 von Henschel in Kassel


Lokomotive FEVE 1405 

Foto: Jörg Seidel

Lok 1405 am 28.04.1988 in Santander vor Sonderzug der DGEG   Foto: Jörg Seidel

. weitere Bilder  von Jörg Seidel von einer DGEG-Sonderfahrt im April 1988.

. Video  in YouTube: Anfahrt eines Güterzuges im Jahre 1996 bei der FEVE.

Orginaltext vom Film übersetzt: Die Lokomotiven hatten einen guten Ruf, wenn es darum geht Gewicht zu schleifen. Keine andere Lokomotive der FEVE konnte den Henschel 1400 dieses streitig machen. Im Video fährt die Lok 1405,  aus einem "technischen Stillstand" im Strang von Raos mit einem spektakulären Zug von zehn leeren Sodafülltrichterwagen und mehr als zwanzig mit Kohle beladenen Wagen von Maliaño schnaubend ab. Aufgenommen um 1996. 

. Serie 1400  von Henschel - Weitere Bilder vom Einsatz der Lokomotiven 1401 - 1404 in Argentinien.


. Bericht von Dieter Hettler aus Waldesch zum Erwerb der Lokomotive:

1995 fand ich im LOK-MAGAZIN 1995 einen Artikel über die französische Privatbahn Nizza - Digne mit einem Bild einer Diesellok, die von der FEVE /Nordspanien erworben wurde. Da eine Drehgestell-Lok ohne hin- und hergehende Massen nach meinen Erfahrungen auf die Dauer eine Schonung des Oberbaues der BEG, geringere Instandhaltungskosten und größere Wirtschaftlichkeit versprach, machte ich mich auf die Suche nach Unterlagen. Über Umwege kam ich an einen in der Railway Gazette vom 1. April 1966 veröffentlichten Artikel "Diesel Hydraulic Locomotives for Spanish Iron Ore Railway". Als ich dort dann las, dass die Loks ein Voith-Getriebe L630rU2 mit hydro-dynamischer Bremse haben war klar, dass das die ideale Wahl für die Brohltalbahn wäre. Dies Getriebe kannte ich von 28 ähnlichen Krupp-Loks für Burma (heute Myanmar), die ich 1964 als Kundendienst-Ingenieur zu betreuen hatte. Dort konnte ich einen Zug von 180t bei 40‰ Gefälle (die Steilstrecke der Brohltalbahn hat 50‰) nur mit der hydrodynamischen Bremse in der Beharrung halten 

Die Kontaktaufnahme mit der FEVE in Santander gestaltete sich schwierig und kam erst über gute Beziehungen zu Krauss-Maffei ins Laufen. Bei einem Besuch im Juli 1996 von Michael Haubner, Joachim Hillenbrand und mir in Santander wurden die dort noch befindlichen 4 Loks besichtigt - zwei kamen für uns in Frage kommen, die neben der Knorr-Druckluftbremse noch Vakuumbremse hatten (bei den anderen beiden war sie im Zug der Modernisierung bereits ausgebaut).

Zwei Jahre gingen ins Land, bis die Lok FEVE 1405 uns gehörte, der Kauf war schwieriger, als ein Kind zu adoptieren. FEVE ist ein Staatsbetrieb, und das bedeutete Ausschreibung mit allem, was dazu gehört. Der Verfasser dieser Zeilen war noch dreimal in Santander - zuerst mit Andreas Wildeman, um aus zwei Loks die bessere auszusuchen (was ist die bessere? - schließlich die mit den dickeren Radreifen). Dann, um noch 12 R-Wagen auszusuchen, die im Brohltal die Umstellung des Phonolith-Verkehrs auf Container ermöglichen sollten und schließlich am 12./13. August 1998, um Lok und Wagen, schön als Dreierpäckchen verpackt, mit MS Bremer Saturn nach Amsterdam und weiter per Rheinkahn nach Brohl-Hafen zu bringen.

Dieter Hettler

Bilder vom Transport:  Alle Aufnahmen Dieter Hettler

13.08.1998 - Santander

Bild 378-04             Mit eigener Kraft und 12 "2SS-Wagen" zum Hafen

378-00             Señor Rivas / Dieter Hettler / Lokführer / Señor Rufino Martinez vor FEVE 1405

Bild 378-10     Mit Hilfe von zwei Autokränen verschwindet die Lok im Schiff

Bild 379-21           " Bremer Saturn", eigentlich ein Holzfrachter mit Seitenluke, in Rotterdam

Bild 379-07     Die Lok im "Schuhkarton", vorne die 4 Päckchen Flachwagen im Laderaum von MS Bremer Saturn

18.08.1998 - Rotterdam 

Bild 379-11     Die Lok schwebt am Schwimmkran über die Ladeluke

379-12           "Frei schwebend" überm Rheinkahn "MS Irene" 

379-13           Lok 1405 hängt am Schwimmkran - schön sind die Proportionen

379-17           Lok 1405 im Rheinkahn MS Irene - sie passt so gerade!

Technische Daten der Lok

Hersteller                                Henschel, Kassel
Baujahr / Fabriknummer           1966 / 31004
Länge über Pufferbohle            12.200 mm 
Breite                                        2.800 mm
Höhe über Dachscheitel              3.725 mm
Dienstgewicht                            48 t     (das ehem. Gewicht wurde durch Ausbau von ca. 5 t Ballast reduziert)
Höchstgeschwindigkeit               60 km/h                                        
kleinste Dauergeschwindigkeit  13,6 km/h
Anfahrzugkraft                         15.900 kg
Dauerzugkraft                          13.200 kg
Motor                                      MGO V12 BZSHR (ehem. MB 820 Db)
Dauerleistung                           883 kW (1200 PS)
Getriebe                                  Voith L630rU2 (Dreiwandler-Getriebe)
Hydrodynamische Bremse         Voith KB510
Hydrodynamische Bremskraft    10.800 kg
Druckluftbremse                       KE-GPmZ, Kompressor Knorr VV230/180

 

Zehn Jahre dauerte die Aufarbeitung, bis die Lok endlich am 24. September 2008 zugelassen wurde.

Die dazwischen liegenden Arbeiten würden viele Seiten füllen, hier nur kurz die aufwendigsten: Es begann mit der mühseligen Entfernung von fast 5t Ballast, 19,5kg-Gußklötze, die im Rahmen einzementiert waren. Zwischendurch wurden die Drehgestelle zur HU weggegeben. Und dann kam die "Kleinarbeit" - Entfernen der Vakuumbremse, Ausbau und Neulagerung des Motors, Ausbesserung der Karosserie (fast 40% der Außenbleche wurden erneuert, denn die aggressive Seeluft in Santander hatte hier ganze Arbeit geleistet), Ausbau/Instandsetzung/Reinigung der Kühlanlage und Wärmetauscher, Überarbeitung der elektrischen Anlage. Schließlich stellte sich bei den ersten Probefahrten heraus, dass die Achsgetriebe Öl verloren (das taten sie leider in der ganzen Zeit der Abstellung nicht). Also Drehgestelle wieder raus und Achsen samt Achsgetriebe zu einer Fachfirma, die die Radscheiben abpresste, neue Simmeringe und bei der Gelegenheit auch gleich neue Rollenlager einbaute. Und weil beim Abpressen zwei Radscheibensitze gefressen hatten, musste auch noch eine Achse neu gefertigt werden.

Schließlich bekam die Lok auch noch ein neues "Gesicht" mit kleinen Scheinwerfern und Zierblenden der V160, was ihr sofort den Spitznamen "Schmalspur-V 160" einbrachte.

Es ist zu hoffen, dass die D 5 noch lange Jahre ihre Fähigkeiten im Brohltal zeigen kann - einen Zug mit 9 Wagen nach Engeln ziehen und ihn auch ohne großen Bremsklotzeinsatz  mit Hilfe der hydrodynamischen Bremse wieder sicher zu Tal zu bringen.

Dieter Hettler


Ankunft in Brohl am 21.08.1998

Foto: Dieter Hettler

Bild 379-33     Die Lok an 2 Autokränen über die Kaimauer im Rheinhafen Brohl

Foto: Peter Middelhove

Zum ersten Mal auf den Gleisen der Brohltalbahn im Hafen Brohl am 21.08.1998. 

Lokomotive D 5  

Erste Probefahrt am 30.03.2007

Die Lokomotive absolviert ihre erste Probefahrt auf der Strecke. Weitere Bilder von Markus Doll

Mit dem ersten Güterzug in Brenk am 30.03.2007. Foto: Markus Doll

 

D 5 "10 Jahre im Brohltal" 

     

Eine weitere Probefahrt als "Jubiläumsfahrt" der Lokomotive erfolgte am 22.08.2008 von Brohl nach Engeln. Bei regnerischen Wetter wurde die Steilstrecke befahren, um die hydrodynamische Bremse zu testen. Das erste Bild zeigt die Begleiter und Erprober bei einen Halt im Bf. Burgbrohl vor der Lok. Das zweite Bild die Lok vor der Rückfahrt im Bahnhof Engeln.

Zulassung am 24.09.2008

Foto: Helmuth Homach  

Nach über 10 Jahren Aufenthalt in unserer Werkstatt in Brohl erhielt die Lokomotive durch die Landeseisenbahnverwaltung von Rheinland-Pfalz am 24.09.2008 die Abnahme nach § 32 ESBO, somit kann die Lokomotive in Deutschland eingesetzt werden. Foto: Helmuth Hombach
 

Erster planmäßiger Personenzug am 27.09.2008

Nach erfolgreicher Zulassung durch die Landeseisenbahnverwaltung am 24.09.08, wurde am 27.09.2008 der erste planmäßige Personenzug gezogen.


Vor dem ersten planmäßigen Personenzug vor Abfahrt in Brohl am 27.09.2008. Foto: Simeon Langenbahn



Der erste Personenzug ist in Engeln angekommen. Mit Personal vor der Lok am 27.09.2008. Foto: Gerhard Goll

Foto: Thomas Urbaniak

Ein Blick aus dem Fenster bei der Rückfahrt: Die Steilstrecke hinab (km 16,7 am BÜ Fußhölle) Foto: Thomas Urbaniak

 

Von der Bergfahrt zurück in Oberzissen am 27.09.2008 Foto: Gerhard Goll



.. und weiter nach Brohl bei km 7,8 (Weiler) am 27.09.2008 Foto: Gerhard Goll



Als Zuglok vor dem Gambrinuszug in der Fußhölle am 11.10.2008 Foto: Volkard Stern

Außerplanmäßige Reparatur des Lüftergetriebes ab November 2008

Wegen Bruch einer Antriebswelle mußte die Lokomotive in die Werkstatt. Zum Austausch der Antriebswelle mußte die gesamte Kühleranlage aus der Lok ausgebaut werden.

Das Bild zeigt die gebrochene und die neue in unserer Werkstatt hergestellte Antriebswelle.

Da das Lüftergetriebe jetzt zugänglich war und noch nicht überprüft wurde, wurde es mit ausgebaut und in seine Einzelteile zerlegt. Nach vollständiger Aufarbeitung des Lüftergetriebes ist ab Anfang April 2009 ist die Lok wieder planmäßig im Einsatz.

Foto: Helmuth Hombach

Fast 1 Jahr durchgehend im Einsatz, auch  bei Schnee und Eis,  D5 mit Güterzug zurück von Brenk in Brohl am 25.01.2010.


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22.03.2010 © Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH