Brohltalbahn
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gebaut 1966 von Henschel in Kassel |

Lok 1405 am 28.04.1988 in Santander vor Sonderzug der DGEG Foto: Jörg Seidel
Serie
1400 von Henschel - Weitere Bilder vom Einsatz der Lokomotiven 1401 -
1404 in Argentinien.
Bericht von Dieter Hettler aus Waldesch zum Erwerb der Lokomotive:
1995 fand ich im LOK-MAGAZIN 1995 einen Artikel über die französische Privatbahn Nizza - Digne mit einem Bild einer Diesellok, die von der FEVE /Nordspanien erworben wurde. Da eine Drehgestell-Lok ohne hin- und hergehende Massen nach meinen Erfahrungen auf die Dauer eine Schonung des Oberbaues der BEG, geringere Instandhaltungskosten und größere Wirtschaftlichkeit versprach, machte ich mich auf die Suche nach Unterlagen. Über Umwege kam ich an einen in der Railway Gazette vom 1. April 1966 veröffentlichten Artikel "Diesel Hydraulic Locomotives for Spanish Iron Ore Railway". Als ich dort dann las, dass die Loks ein Voith-Getriebe L630rU2 mit hydro-dynamischer Bremse haben war klar, dass das die ideale Wahl für die Brohltalbahn wäre. Dies Getriebe kannte ich von 28 ähnlichen Krupp-Loks für Burma (heute Myanmar), die ich 1964 als Kundendienst-Ingenieur zu betreuen hatte. Dort konnte ich einen Zug von 180t bei 40‰ Gefälle (die Steilstrecke der Brohltalbahn hat 50‰) nur mit der hydrodynamischen Bremse in der Beharrung halten
Die Kontaktaufnahme mit der FEVE in Santander gestaltete sich schwierig und kam erst über gute Beziehungen zu Krauss-Maffei ins Laufen. Bei einem Besuch im Juli 1996 von Michael Haubner, Joachim Hillenbrand und mir in Santander wurden die dort noch befindlichen 4 Loks besichtigt - zwei kamen für uns in Frage kommen, die neben der Knorr-Druckluftbremse noch Vakuumbremse hatten (bei den anderen beiden war sie im Zug der Modernisierung bereits ausgebaut).
Zwei Jahre gingen ins Land, bis die Lok FEVE 1405 uns gehörte, der Kauf war schwieriger, als ein Kind zu adoptieren. FEVE ist ein Staatsbetrieb, und das bedeutete Ausschreibung mit allem, was dazu gehört. Der Verfasser dieser Zeilen war noch dreimal in Santander - zuerst mit Andreas Wildeman, um aus zwei Loks die bessere auszusuchen (was ist die bessere? - schließlich die mit den dickeren Radreifen). Dann, um noch 12 R-Wagen auszusuchen, die im Brohltal die Umstellung des Phonolith-Verkehrs auf Container ermöglichen sollten und schließlich am 12./13. August 1998, um Lok und Wagen, schön als Dreierpäckchen verpackt, mit MS Bremer Saturn nach Amsterdam und weiter per Rheinkahn nach Brohl-Hafen zu bringen.
Dieter Hettler
Bilder vom Transport: Alle Aufnahmen Dieter Hettler
13.08.1998 - Santander

Bild 378-04 Mit eigener Kraft und 12 "2SS-Wagen" zum Hafen

378-00 Señor Rivas / Dieter Hettler / Lokführer / Señor Rufino Martinez vor FEVE 1405

Bild 378-10 Mit Hilfe von zwei Autokränen verschwindet die Lok im Schiff

Bild 379-21 " Bremer Saturn", eigentlich ein Holzfrachter mit Seitenluke, in Rotterdam

Bild 379-07 Die Lok im "Schuhkarton", vorne die 4 Päckchen Flachwagen im Laderaum von MS Bremer Saturn
18.08.1998 - Rotterdam

Bild 379-11 Die Lok schwebt am Schwimmkran über die Ladeluke

379-12 "Frei schwebend" überm Rheinkahn "MS Irene"

379-13 Lok 1405 hängt am Schwimmkran - schön sind die Proportionen

379-17 Lok 1405 im Rheinkahn MS Irene - sie passt so gerade!
Technische Daten der Lok
Hersteller
Henschel, Kassel
Baujahr / Fabriknummer
1966 / 31004
Länge über Pufferbohle
12.200 mm
Breite
2.800 mm
Höhe über Dachscheitel
3.725 mm
Dienstgewicht
48 t (das ehem. Gewicht wurde durch Ausbau von ca. 5 t
Ballast reduziert)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
kleinste Dauergeschwindigkeit 13,6 km/h
Anfahrzugkraft
15.900 kg
Dauerzugkraft
13.200 kg
Motor
MGO V12 BZSHR (ehem. MB 820 Db)
Dauerleistung
883 kW (1200 PS)
Getriebe
Voith L630rU2 (Dreiwandler-Getriebe)
Hydrodynamische Bremse Voith KB510
Hydrodynamische Bremskraft 10.800 kg
Druckluftbremse
KE-GPmZ, Kompressor Knorr VV230/180
Zehn Jahre dauerte die Aufarbeitung, bis die Lok endlich am 24. September 2008 zugelassen wurde.
Die dazwischen liegenden Arbeiten würden viele Seiten füllen, hier nur kurz die aufwendigsten: Es begann mit der mühseligen Entfernung von fast 5t Ballast, 19,5kg-Gußklötze, die im Rahmen einzementiert waren. Zwischendurch wurden die Drehgestelle zur HU weggegeben. Und dann kam die "Kleinarbeit" - Entfernen der Vakuumbremse, Ausbau und Neulagerung des Motors, Ausbesserung der Karosserie (fast 40% der Außenbleche wurden erneuert, denn die aggressive Seeluft in Santander hatte hier ganze Arbeit geleistet), Ausbau/Instandsetzung/Reinigung der Kühlanlage und Wärmetauscher, Überarbeitung der elektrischen Anlage. Schließlich stellte sich bei den ersten Probefahrten heraus, dass die Achsgetriebe Öl verloren (das taten sie leider in der ganzen Zeit der Abstellung nicht). Also Drehgestelle wieder raus und Achsen samt Achsgetriebe zu einer Fachfirma, die die Radscheiben abpresste, neue Simmeringe und bei der Gelegenheit auch gleich neue Rollenlager einbaute. Und weil beim Abpressen zwei Radscheibensitze gefressen hatten, musste auch noch eine Achse neu gefertigt werden.
Schließlich bekam die Lok auch noch ein neues "Gesicht" mit kleinen Scheinwerfern und Zierblenden der V160, was ihr sofort den Spitznamen "Schmalspur-V 160" einbrachte.
Es ist zu hoffen, dass die D 5 noch lange Jahre ihre Fähigkeiten im Brohltal zeigen kann - einen Zug mit 9 Wagen nach Engeln ziehen und ihn auch ohne großen Bremsklotzeinsatz mit Hilfe der hydrodynamischen Bremse wieder sicher zu Tal zu bringen.
Dieter Hettler

Bild 379-33 Die Lok an 2 Autokränen über die Kaimauer im Rheinhafen Brohl

Zum ersten Mal auf den Gleisen der Brohltalbahn im Hafen Brohl am 21.08.1998.

Die Lokomotive absolviert ihre erste Probefahrt auf der Strecke. Weitere Bilder von Markus Doll
Mit dem ersten Güterzug in Brenk am 30.03.2007. Foto: Markus Doll
Eine weitere Probefahrt als
"Jubiläumsfahrt" der Lokomotive erfolgte am 22.08.2008 von
Brohl nach Engeln. Bei regnerischen Wetter wurde die Steilstrecke
befahren, um die hydrodynamische Bremse zu testen. Das erste Bild
zeigt die Begleiter und Erprober bei einen Halt im Bf. Burgbrohl vor der
Lok. Das zweite Bild die Lok vor der Rückfahrt im Bahnhof Engeln.

Nach erfolgreicher Zulassung durch die Landeseisenbahnverwaltung
am 24.09.08, wurde am 27.09.2008 der erste planmäßige Personenzug gezogen.

Vor dem ersten planmäßigen Personenzug vor Abfahrt in Brohl am 27.09.2008.
Foto: Simeon Langenbahn
Der erste Personenzug ist in Engeln angekommen. Mit Personal vor der Lok am 27.09.2008. Foto: Gerhard Goll

Von der Bergfahrt zurück in Oberzissen am 27.09.2008 Foto: Gerhard Goll
.. und weiter nach Brohl bei km 7,8 (Weiler) am 27.09.2008 Foto: Gerhard Goll
Als Zuglok vor dem Gambrinuszug in der Fußhölle am 11.10.2008 Foto: Volkard
Stern
Außerplanmäßige Reparatur des Lüftergetriebes ab November 2008
Wegen Bruch einer Antriebswelle mußte die Lokomotive in die Werkstatt. Zum Austausch der Antriebswelle mußte die gesamte Kühleranlage aus der Lok ausgebaut werden.
Das Bild zeigt die gebrochene und die neue in unserer Werkstatt hergestellte Antriebswelle.
Da das Lüftergetriebe jetzt zugänglich war und noch nicht überprüft wurde, wurde es mit ausgebaut und in seine Einzelteile zerlegt. Nach vollständiger Aufarbeitung des Lüftergetriebes ist ab Anfang April 2009 ist die Lok wieder planmäßig im Einsatz.
Fast 1 Jahr durchgehend im Einsatz, auch bei Schnee und Eis, D5 mit
Güterzug zurück von Brenk in Brohl am 25.01.2010.