Vulkan-Expreß    
Originale Fahrzeuge der Brohltalbahn:

11sm  Malletdampflok  BBn4vt 

Baujahr 1906  von Humboldt, Köln-Kalk  Fabrik-Nr. 348


Mit Volldampf vom Rhein zu den Vulkanen

Die letzte Originallok aus dem Brohltal wurde 100 Jahre alt und soll wieder dampfen

 
BBn4vt 11sm in Weiler, 11.09.1965                  Fotos: Hans Merzbach     in Brohl beim Abtransport ins DGEG-Museum im Oktober 1976

Eine Dampflok der Brohltalbahn, die 11sm (sm = schwere Mallet), ist der Nachwelt erhalten geblieben und wartet nun im Schuppen der Eisenbahnwerkstatt in Brohl auf die Aufarbeitung. Sie ist die letzte originale Dampflok der Brohltalbahn. Erste Arbeiten zeigten sehr schnell, das die Lok nicht mit einfachen Mittel betriebsfähig gemacht werden kann. Zahlreiche Arbeiten können zudem nicht in der Werkstatt in Brohl ausgeführt werden, sondern müssen an Fachfirmen vergeben werden. Dies bedeutet aber auch, das über 500.000 Euro benötigt werden, um die letzte erhaltene Dampflok der Brohltalbahn aus der Anfangszeit wieder im Brohltal einsetzen zu können. 

Die Lok 11sm wurde 1906 von Humboldt in Köln-Kalk unter der Fabriknummer 348 gebaut, und von da an zusammen mit ihren Schwestern 10 sm und 12 sm bis 1964 auf der Brohltalbahn eingesetzt. Die letzte Fahrt der Lokomotive fand am 29.Januar 1966 vor einen bestellten Sonderzug für Eisenbahnfreunde statt. Das Foto rechts von Helmut Schäfer zeigt die Lok beim Wassernehmen mit Zug in Oberzissen.

1968 erwarb die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) die Lok und stellte sie ab 1977 in ihrem Schmalspur-Museum in Viernheim aus. Als die DGEG 1989 gezwungen war das Museum in Viernheim aufzulösen, konnte die 11sm als Leihgabe der DGEG nach Brohl geholt werden, wo sie im Juni 1989 eintraf, damit kam die Lok nach 13-jähriger Abwesenheit  zurück ins Brohltal. 

Im Herbst 1998 erwarb die Interessengemeinschaft Brohltal- Schmalspureisenbahn e.V. (IBS) die Lok 11sm von der DGEG. 

Letzte Fahrt der 11sm am 29. Januar 1966 (Foto: Helmut Schäfer)

Im Herbst 2001 wurde der Kessel der Lok durch die Eisenbahner der Selfkantbahn zur Besichtigung vorbereitet, um den Aufwand für eine Instandsetzung abschätzen zu können. Nach der positiven Kesselbesichtigung wurde von einer Arbeitsgruppe der IBS ein Rahmenkonzept (PDF, 530 KB)  für die Lok 11sm zur Wiederinbetriebnahme erarbeitet. Das Konzept sieht eine Inbetriebnahme bis März 2010 vor, die Finanzierung der Lok ist gesichert. Weiterhin werden  viele Spenden benötigt.

Am 25.10.2006 wurde durch die Kreisverwaltung Ahrweiler im Benehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Mainz die im Eigentum der IBS stehende Mallet-Dampflokomotive 11sm als bewegliches technisches Kulturdenkmal im Sinne von § 3 DSchPflG unter Schutz gestellt. Gemäß § 10 DSchPflG wurde diese Unterschutzstellung in das durch die Kreisverwaltung geführte Denkmalbuch eingetragen. 

Am 31.10.2006 wurde im Brohler Lokschuppen die Geburtstagsfeier „ 100 Jahre 11sm “ abgehalten. 

Die nachfolgenden Foto-Galerien von Markus Doll versuchen, einen kleinen Eindruck von dieser Geburtstagsfeier zu vermitteln.   

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Der Termin der Hundertjahrfeier ist als Start für die betriebsfähige Aufarbeitung anzusehen. Die eingegangenen und zugesagten Spenden machen es uns möglich mit den Vorarbeiten zu beginnen. Zur Zeit werden in einem internen Abstimmungsverfahren die recht umfangreichen Ausschreibungsunterlagen erstellt, die voraussichtlich an mehrere potentielle Auftragnehmer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Tschechien und Rumänien verschickt werden. Die Wahl des Herstellers kann und wird sich nicht einfach an der Angebotssumme orientieren, sondern an der vermutlich recht komplexen Gesamtheit aller Aspekte, die bei einem solchen Auftrag eine Rolle spielen. Hierzu gehört die Beurteilung von Referenzobjekten ebenso wie die geographische Entfernung und womöglich auftretende Sprachprobleme bei der Auftragsabwicklung und der erforderlichen Dokumentation.

Am 10.Dezember 2007 hat der Vorstand der IBS einstimmig in seiner Vorstandssitzung die Vergabe der Aufarbeitung der Lokomotive an die Firma ZOS, Ceske Velenice in Südböhmen beschlossen. Die Betriebs-GmbH erhielt den Auftrag, das Gesamtwerk zu betreuen. Eine Überführung zum Werk kam wegen interner Schwierigkeiten des Werkes nicht zustande. Deshalb musste kurzfristig nach einer Ersatzlösung gesucht werden. In der Vorstandssitzung am 8.9.2008 wurde erneut über die Vergabe beschlossen. Die Aufarbeitung erfolgt durch die MaLoWa  in Benndorf im Mansfelder Land. Der Transport der Lok zur Fima MaLoWa soll noch Anfang November 2008 erfolgen.

Verbandsgemeinde Brohltal  fördert 11sm

Die IBS bekam von der Verbandsgemeinde Brohltal für die Renovierung der Mallet-Lok 11smeinen namhaften Zuschuss in Höhe von von Euro 5.000,-  überwiesen. In seiner Sitzung vom 14.12.2006 hat der Verbandsgemeinderat diesen Zuschuss beschlossen.  Wir freuen uns über diesen Zuschuss sehr.

Kreissparkasse Ahrweiler fördert 11sm

Rechtzeitig vor Jahresfrist bekam die IBS eine namhafte Spende von Euro 10.000,- zur Aufarbeitung von Lok 11sm überwiesen. Als Hausbank von IBS und Betriebs-GmbH zeigte sich die KSK Ahrweiler mit dieser erheblichen Summe erkenntlich. Da machte man doch gerne eine Mitteilung an den Vorstand der IBS und natürlich ein besonderes Dankschreiben an den der Kreissparkasse, verbunden mit der Bitte um eine persönliche Dankveranstaltung in Brohl. So vereinbarte man einen Termin im Lokschuppen am 19. Februar 2008, bei dem KSK-Vorstandsmitglied Karl-Josef Esch mit Bereichsleiter Robert Bell der Brohltalbahn ihre Aufwartung machten. Vor der Malletlok 11sm und vor den versammelten Redakteuren der Region sowie vielen Aktiven übergab Karl-Josef Esch ein Briefdokument, woraus die Herkunft der Zuwendung zu ersehen war. Die Gelder stammen aus den Erträgen des „PS-Sparen und Gewinnen“ - Programms der Sparkasse. Auch hier zeigt sich, dass Sparen eine sinnvolle Sache ist. Wir freuen uns über die Spende sehr.

In der folgenden Ansprache von Herrn Esch war die Rede von Unterstützung und Beteiligung der Region an der Sanierung der einzigen alten Brohltalbahn-Dampflok, die zudem unter Denkmalschutz steht. Daran wolle man sich als örtliche Kreissparkasse gerne beteiligen. Das Projekt der 11sm sei schon etwas Besonderes. Daran anschließend erhob man das Glas, um auf eine neue Zukunft der Mallet anzustoßen.Mit anwesend waren erstmals gemeinsam an diesem Abend die Herren Bell von der Brohltal-Eisenbahn GmbH. 

Sodann wurden die Besucher an Lok 11sm über deren Instandsetzung informiert, woran ein Werkstattrundgang zu den derzeitigen Baustellen D 5, Stopfmaschine, Selbstfahrlafette und Wagen 109 sich anschloss. Die Herren waren sehr wissbegierig zu sehen und zu hören, was bei der Brohltalbahn alles so abgeht. Es ist ganz allgemein festzustellen, dass die umfangreichen Werkstattaktivitäten nur wenigen bewusst sind. Man kennt uns oft nur mit unserem Zug. Die notwendige Arbeitsleistung dahinter muss immer wieder neu erwähnt werden.

Übergabe in Brohl am 19.Februar 2008

Verbandsgemeinde Bad Breisig und Gemeinde Brohl fördert 11sm

Signal für Eisenbahner, so nannte Jochen Tarrach von der Rhein-Zeitung den Termin am 7.7.2008, als der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e. V. (IBS) zwei Förderzusagen übergeben wurden. Die Verbandsgemeinde Bad Breisig zeigte sich für die Aufarbeitung von Lok 11sm mit 2.500 Euro und die Gemeinde Brohl-Lützing mit 2.000 Euro erkenntlich. Bürgermeister Weidenbach und Beigeordneter Schäfer betonten in ihren Ansprachen beide die klaren Zeichen der Wertschätzung, die die örtliche Politik der nunmehr über 20 Jahren existierenden IBS für die vielfältigen Tätigkeiten zum Erhalt der Brohltal-Eisenbahn und zum Neuaufbau eines örtlichen Tourismus entgegenbringe. Man verstehe die Förderung als deutliches Signal für die Brohltal-Eisenbahn als fremdenverkehrlicher Einrichtung mit heute überörtlicher Ausstrahlung. Damit gehe einher die immer weiter zunehmende Bekanntheit des Brohltals in ganz Deutschland. Man erinnere sich an noch nicht allzu lang entfernte Zeiten, als man in Brohl von den IBS-Aktivitäten gar nicht erbaut war. Noch vor wenigen Jahren wäre eine finanzielle Förderung sogar undenkbar gewesen. Bernd Weidenbach bezeichnete das ehrenamtliche Engagement der IBS-Aktiven als imponierend. Beigeordneter Michael Schäfer umschrieb die Brohltal-Eisenbahn als ebensolches Kleinod wie das Brohltal selbst. Über 70.000 Beförderungen im letzten Jahr sprächen für sich selbst. „Wir wollen heute ein Zeichen für die Brohltal-Eisenbahn setzen.“ Die Gemeinde Brohl-Lützing befinde sich in einer Phase der Umstellung von einem Industrieort zu einer Fremdenverkehrs- bzw. Dienstleistungsgemeinde. Der Standortfaktor Vulkan-Expreß komme letztendlich den anderen touristischen Anbietern aus Gastronomie und Hotellerie der gesamten Region zu Gute, meinte Bernd Weidenbach.

Stephan Pauly nannte in seiner Dankesantwort die beiden Förderbeträge willkommene weitere Tropfen auf den heißen Stein, “aber von ganz großer symbolischer Bedeutung“ für eine „Zusammenarbeit in völlig neuen Dimension“. Denn in den letzen fünf Jahren habe sich im Verhältnis der Kommunen im Rheintal zur IBS ein deutlicher Ruck zur Gemeinsamkeit ergeben. Man werde weiterhin an einem Strang ziehen.

Das sieht die IBS  gleichfalls so. An weiteren Themen mangelt es nicht z. B. Toilettenanlage am Bf. Brohl, Bahnhofsvorplatzgestaltung, Beseitigung der BÜ in Brohl mit hochwasserfreier Zufahrt Rheinstraße mit Umgestaltung des Umlade- und Güterbahnhofs in Brohl.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert 11sm

Am Montag, den 28.Juli 2008 wurde durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz um 17.00 Uhr in der Eisenbahnwerkstatt Brohl der Fördervertrag über eine Förderung in Höhe von 40.000 Euro für die Aufarbeitung der Dampflokomotive überreicht. Der Leiter des Ortskuratoriums  Koblenz/Mittelrhein, Ernst Greve aus Vallendar überreichte im Beisein der Verbandsbürgermeister Johannes Bell (Brohltal) und Bernd Weidenbach (Bad Breisig) sowie des Ortsbeigeordneten Michael Schäfer die notwendigen Papiere an die Vereinsvorsitzenden Joachim Hillenbrand und Stephan Pauly und den anwesenden Mitgliedern. Die Mallet ist nun das erste rollende Denkmal in Rheinland-Pfalz, dessen Erhaltung als Zeuge alter Handwerkskunst und Technik durch die Stiftung gefördert wird. Dank privater Spenden und finanzieller Mittel aus der Glücksspirale ist die die Lokomotive eines von über 90 Förderprojekten allein in Rheinland-Pfalz.

Übergabe des Fördervertrages am 28.Juli 2008
11sm verläßt Brohl zur Aufarbeitung 

Am Dienstag, den 04.November 2008 wurde die Lokomotive auf einem Tieflade-LKW geschoben und nach Benndorf im Mansfelder Land transportiert. Damit wurde nach langen Warten ein lang ersehnter Wunsch der IBS erfüllt. Bei der MaLoWa  wird bis Frühjahr 2011 die Lokomotive grundlegend aufgearbeitet. Im Sommer 2011 soll die Lokomotive ihre erste Fahrt zur Inbetriebnahme unter Dampf durchführen. Die Gesamtkosten für die Aufarbeitung werden mehr als 500.000,-- Euro betragen. 

Abtransport der 11sm zur Aufarbeitung Foto: Harald Zimmer
Am 16.Februar 2009 wurde von Günther Steinhauer die Lok ohne Kessel im Werk der MaLoWa aufgenommen. Der Kessel wurde bereits abgehoben und nach Pila überführt. 

Tönissteiner Brunnen fördert 11sm

Am Freitag, den 20.März 2009 wurde durch den Privatbrunnen Tönissteiner Sprudel, vertreten durch Herrn Tilman Kerstiens und Herrn Klaus Körner vor dem Bahnhof Brohl eine Spende in Höhe von 5.000 Euro für die Aufarbeitung der Dampflokomotive überreicht. 

Das Bild zeigt Stephan Pauly (2.Vorsitzener), Klaus Körner, Tilman Kerstiens und Joachim Hillenbrand (1.Vorsitzener) bei der Übergabe der Spende. Herr Kerstiens zeigt die als Dank erhaltene Original - Aktie der Brohltalbahn.

Aufarbeitung der 11sm begonnen

Im August 2009 wurde in Klostermannsfeld mit der Aufarbeitung des Rahmens der 11sm und dem Fahrwerk begonnen. Es wurde zuerst die gesamte Lokomotive in alle Einzelteile zerlegt und gereinigt. Die Bilder zeigen die begonnenen Arbeiten am 21.09.2009 in der Werkstätte.

 

Spendenübergabe von Herrn Manfred Rhodius

Anlass für den Fototermin am 04.12.2009 neben den neuen Hallen des Rodius-Mineralbrunnens war die fotografische Dokumentation der bisher von Herrn Rhodius geleisteten großzügigen Spenden über 20.000 Euro für die Wiederaufarbeitung der 11sm         

Das Bild zeigt Manfred Rodius, Joachim Hillenbrand  (1.Vorsitzener), Dr. Karl Tack ,Tobias Baaden und Stefan Raab.

Übergabe am 04.12.2009

Bericht im Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Monumente, das Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, berichtet in der Ausgabe April 2011 über das Projekt.

. zum Bericht  

Übergabe am 04.12.2009

 

Erstes Etappenziel erreicht

Erstmalig wurde der neue Kessel zur Zulassung erfolgreich beim Hersteller Interlok in Pila ohne Mängel angeheizt. In Anwesenheit unseres Werkstattleiters am 31.08.2011 erfolgte die Abnahme nach EG 97/23 durch die polnische benannte Stelle TDT.

 

Foto: Harald Zimmer Foto: Harald ZimmerFoto: Harald Zimmer Foto: Harald Zimmer

 

Weitere Informationen zum Projekt  Lok 11sm:

Mallet 11sm - 
Wiederinbetriebnahme der letzten originalen Brohltalbahnlok 

Weitere Informationen zu den Lokomotiven der Bauart Mallet

Malletlok.de - Alles über Dampflokomotiven der Bauart Mallet

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