Vulkan-Expreß    
Originale Fahrzeuge der Brohltalbahn:

Triebwagen    VT / VB 50

Inbetriebnahme am 14.Oktober 2004


Rede des IBS-Vorsitzenden Joachim Hillenbrand am 14. Oktober 2004 zur Inbetriebnahme des VB 50

 Liebe Gäste, sehr verehrte Damen und Herren,
wir haben Sie eingeladen, um heute einmal kein Jubiläum zu begehen. Im Jahr 2001 hatten wir 100 Jahre BEG und 2002 25 Jahre „Vulkan-Expreß" zu feiern. Vielleicht haben Sie davon gehört, gelesen oder waren sogar bei unseren Festen dabei. Auch deswegen konnten wir in den letzten Jahren bis zu 90.000 Personenbeförderungen pro Jahr vorweisen. Für eine Touristikbahn sind das recht ordentliche Zahlen. Nach den beiden Jubiläen wurde es bei uns jedoch etwas ruhiger. Wir mussten uns auch wieder unserem Alltagsgeschäft widmen, nämlich der Aufarbeitung von historischen Fahrzeugen. Dazu hole ich jetzt etwas aus. Obwohl seit 1961 kein Personenverkehr auf der Brohltalbahn mehr stattfand, wurde trotzdem ein Personenwagen für bahndienstliche Zwecke vorgehalten. Dies war und ist ein besonderes Fahrzeug, nämlich der VB 50. Er war ursprünglich im Jahr 1925 einmal als Triebwagen VT 50 angeschafft worden.

Damals konnte die Fahrzeit von Brohl nach Kempenich von vorher 2 Stunden auf 70 Minuten reduziert werden. Sicherlich war das auch aus heutiger Sicht ein enormer Fortschritt.

Aufgrund von Problemen mit der zwischenzeitlich auf Holzgasbetrieb umgebauten Antriebsanlage, hatte man Ende der 30er Jahre den Motor ausgebaut und seitdem das Fahrzeug nur noch als Beiwagen eingesetzt. Wieder ins Rampenlicht geriet dieser Wagen am 25. März 1977, als an diesem Datum die Premiere des neuen „Vulkan-Expreß“ stattfand und der VB 50 als einziger noch vorhandener Personenwagen für diese Einsätze hergerichtet wurde. Der „Vulkan-Expreß“ war der neue Personenverkehr der Brohltalbahn in Form des damals sogenannten Gelegenheitsverkehrs, denn jedermann konnte jederzeit den Zug für Sonderfahrten mieten, aber auch in Form des regelmäßigen Personenverkehrs, denn von Juli bis September fuhr der „Vulkan-Expreß“ nunmehr planmäßig jeden Freitagnachmittag.

Dafür, dass der „Vulkan-Expreß“ nur mit einem Personenwagen fuhr, war der Erfolg durchaus gut. Aber mit nur einem Wagen und 70 Sitzplätzen sowie der kurzen Saison konnten pro Jahr höchstens 4000 Beförderungen stattfinden. So dümpelte der „Vulkan-Expreß“ die Jahre vor sich hin, auch als 1985 der offene Sommerwagen mit 50 zusätzlichen Sitzplätzen als 2. Wagen hinzukam. Die Bekanntheit des „Vulkan-Expreß“zwischen Köln und Koblenz war ganz gut, darüber hinaus aber nicht. Nur bei den Eisenbahnfreunden in ganz Deutschland hatte der kleine Zug mit dem großen Namen einen hervorragenden Ruf, weshalb sich immer wieder Initiativen bildeten, mehr aus der Brohltalbahn zu machen.

Dies gelang erst im Jahr 1987, als wegen existenzieller Gründe die sogenannte 3. Krise bei der Brohltalbahn eintrat und neue Ideen von außen in das Unternehmen gebracht werden mussten. Innerhalb von nur wenigen Monaten bildete sich mit großem Elan unsere Interessengemeinschaft, die IBS, mit deren Hilfe der „Vulkan-Expreß“ dann betrieben wurde.

Im Jahr 1992 konnten wir selbst den Betrieb übernehmen. Was daraus gemacht werden konnte, ist  wahrscheinlich allen bekannt. 

Verehrte Damen und Herren, Sie verstehen daher aus dem Vorgesagten, dass der VB 50 für die Brohltalbahn aber auch für uns als Betreiber und Kleinbahnfreunde ein identitätsstiftendes Fahrzeug darstellt. Mehr ist von der alten Brohltalbahn an Personenwagen nicht übriggeblieben. 

Daher war es für  uns naheliegend, den VB 50, nachdem er 1996 abgestellt wurde, da er nach mehr als 20-jährigem Einsatz im und als Vulkan-Expreß verschlissen war, wieder ordentlich aufarbeiten zu lassen. Dass dies gut gelungen ist, davon können Sie sich hier selbst überzeugen

Die Frage war damals nur, was können wir uns finanziell erlauben? Das konnte nur heißen, mal wieder

eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Über das Auf und Ab informiert Sie unsere Informations- Mappe, die gleich verteilt wird. Wir jedenfalls waren des öfteren ein wenig sprachlos, als sich die Kosten letztlich zur angenommenen Größenordnung verdoppeln sollten, erst in DM, dann in €. Rund 100.000,– € sind es letztendlich geworden.

Umso dankbarer sind wir für die erhaltenen Spenden. Etwa 50.000,- EURO können wir bis heute vermelden. Dazu kommen 5.000,- EURO als ein Zuschuss der Kreisverwaltung, Herr Dr. Pföhler: Herzlichen Dank!

Meine Damen und Herren, es gibt aber noch ein Kulturgut des Brohltals und seiner Eisenbahn. Das ist die Lok 11sm. Sie stehen neben ihr. Sie ist die einzig übrig gebliebene Dampflokomotive der Brohltalbahn. Sie ist heute fast genau 98 Jahre alt. Und was liegt näher, als jetzt den Blick auf dieses schöne Stück der Brohltaler Wirtschaftsgeschichte zu lenken. Lok 11sm ist unser nächstes Vereinsziel! Wir wollen Lok 11sm wieder in Betrieb nehmen! Wenn nicht jetzt, wann sollten wir sonst damit beginnen? 

Herr Höfer, Herr Weidenbach, speziell Sie haben in den letzten beiden Jahren den Aufbruch miterleben können, den die Harzer Mallet-Lokomotiven bei ihren Gasteinsätzen auf der Brohltalbahn bewirkt haben. Das möchten wir mit Lok 11sm auch möglich machen.

Natürlich wird dies eine Menge Geld kosten, wir rechnen mit 400.000,– €.

Meine Damen und Herren, die Summe mag Sie überraschen, der VB 50 hat aber auch schon 100.000,- EURO gekostet. Vergleichen Sie das bitte, dann werden 400.000,- EURO als Größenordnung schon verständlich.

Deswegen rufen wir zur neuen „Spendenaktion 11sm“ auf! Wir bitten um großzügige Mithilfe aller Interessierten. Wir werden uns selbst wieder voll ins Zeug legen, ohne fremde Gelder wird es jedoch nicht gehen.

Meine Damen und Herren, wir haben Sie eingeladen, um Ihnen die beiden nebenstehenden Fahrzeuge vorzustellen. Vielleicht könnten Sie in Ihren politischen und privaten Gremien für eine Unterstützung unserer Sache Partei ergreifen.Ich bin der Überzeugung, dass es sich herumgesprochen hat, dass wir für das Brohltal und seine außergewöhnliche Eisenbahn arbeiten. Viele partizipieren daran auf anderen Gebieten. In diesem Sinne bitten wir um Ihre Mithilfe. Hiermit übergebe ich den Wagen VB 50 wieder an den Betriebsdienst und wünsche ihm zur Freude unserer Besucher allzeit gute Fahrt auf seinen angestammten Gleisen. Darauf möchte ich mit Ihnen das Glas heben und auf eine gedeihliche Zukunft unserer beiden historischen Fahrzeuge anstoßen.   Joachim Hillenbrand

Nachfolgend Bilder von Markus Doll zur Inbetriebnahme 

Galerie 1 zeigt den VB 50 nach seiner Ankunft am 25. August 2004 vor dem Brohler Lokschuppen.

Galerie 2 zeigt einige Fotos von der „Putzaktion“ 11sm am 9. Oktober 2004 und von der Präsentation des VB 50 und der 11sm am 14. Oktober 2004.

 

Foto: Markus Doll

Foto: Markus Doll

VB 50 nach Renovierung am 14. Oktober 2004 in Brohl        Fotos: Markus Doll

Wir danken allen Spendern für ihre Spende!

 
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